Kontakt
Folgen Sie uns

Hilfe, mein Kind will ein Smartphone! Ein kurzer Ratgeber für Familien

Das Smartphone gehört immer früher zum Standard-Inventar unserer Kinder. Laut der MIKE-Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften besitzen zwei Drittel der Zehn- bis Elfjährigen bereits ein Handy. Chancen und Risiken gehen dabei Hand in Hand. Damit die Kinder sicher in der digitalen Welt unterwegs sind, gibt es hier ein paar Tipps für Familien.

Inhaltsverzeichnis

  1. Ab welchem Alter das erste Handy?
  2. Chancen des Handy-Konsums
  3. Risiken des Handy-Konsums (und wie man sie bekämpft)
  4. Jugendschutzfilter und andere Vorsichtsmassnahmen
  5. Verantwortung der Eltern

 

1. Ab welchem Alter das erste Handy?

Experten empfehlen generell, Kindern im Primarschulalter kein Handy mit Internet-Zugang zu erlauben. Eltern müssen aber für sich entscheiden, wann sie ihrem Nachwuchs ein erstes Smartphone oder Tablet in die Hand geben, denn Kinder sind (wie auch wir Erwachsenen) sehr unterschiedlich in ihrem Verantwortungsbewusstsein. Als Gradmesser kannst du dir zum Beispiel anschauen wie die Kinder andere Medien konsumieren. Erschleichen sie sich heimlich mehr Fernsehzeit als erlaubt? Halten Sie eure Vereinbarungen ein?

Das Einsteiger-Handy

Wenn sich das Kind dein Vertrauen verdient hat, kannst du es mit einem Handy oder Smartphone belohnen. Möchtest du nicht gleich mit einem Smartphone beginnen, tut es zu Beginn auch ein einfacheres Featurephone wie das hier:

Der Vorteil dabei ist, dass solche kompakten Handys oft etwas mehr aushalten und dem Kind auch mal runterfallen können, ohne dass gleich der Reparaturservice aufgesucht werden muss. Für ganz junge Kinder gibt es auch speziell designte Notfallhandys, die nur über eine ganz einfache Anruffunktion verfügen.

2. Chancen des Handy-Konsums

Ein Smartphone ist für das Kind, wie auch für Erwachsene mit vielen positiven Aspekten verbunden. Für Jugendliche sind dabei vor allem das Zugehörigkeitsgefühl und die Sicherheit entscheidende Pluspunkte wie eine australische Studie¹ zeigte. Sie kommunizieren mit ihren Kollegen und Kolleginnen, vereinbaren Treffen, und können sich auch im Ausgang selbständiger bewegen. Aber auch für die Eltern hat das Handy positive Gesichtspunkte: Dank dem Handy wird häufiger in der Familie kommuniziert, auch wenn das Kind nicht zu Hause ist. Die Eltern haben ausserdem mehr Kontrollmöglichkeiten, wo sich ihr Kind gerade aufhält und wissen, dass das Kind sie im Notfall jederzeit anrufen könnte.

Aber natürlich gibt es auch immer eine Schattenseite und dort ist es wichtig, dass man diese dem Kind richtig kommuniziert. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

element.attributes.alt

3. Risiken des Handy-Konsums

Mit einem internetfähigen Handy schenkst du dem Kind einen kleinen Computer, der viel kann und neben vielen Vorteilen auch viele Gefahren birgt. Die Eltern können dabei gerade bei älteren Kindern nicht immer kontrollieren, was das Kind mit seinem Smartphone macht, da diese meist schnell lernen, die eingerichteten Sperren zu umgehen.

Das Allerwichtigste für Eltern ist deshalb die Kommunikation. Dazu gehört nicht nur das Aufklären über Gefahren im Internet, sondern auch eine Anlaufstelle für das Kind zu sein, falls Fragen aufkommen, die es mit den Eltern besprechen will.

Hier eine Auswahl möglicher Risiken und wie du und dein Kind damit umgehen können:

Das Preisgeben persönlicher Daten

Hier ist es wichtig, dem Kind zu erklären, dass das Internet ein öffentlicher Platz ist und es nur Sachen ins Internet schreiben sollte, welche es auch in der Öffentlichkeit herumschreien würde. Private Daten wie Nachname, Adresse, Telefonnummer, die Rückschlüsse auf die Person zulassen sind gerade für Kinder heikel und sollten nur in Absprache mit den Eltern erfolgen. Die Eltern dürfen hier aber im Gegenzug nicht selber zum Problem werden, wenn sie Informationen zu ihrem Kind im Internet posten. Laut einer amerikanischen Studie² wünschen sich rund 20% der 10- bis 17-Jährigen, dass ihre Eltern nicht ungefragt Informationen über sie ins Netz stellen.

Cyber-Mobbing

Das Kind sollte verstehen, dass Cyber-Mobbing nicht hinnehmbar ist und es in der Familie Rückhalt findet. Erste Anlaufstelle für Probleme mit Cyber-Mobbing sollte die Lehrperson sein, denn meist geht das Ganze von Mitschülern aus und kann nur in der Klasse gelöst werden. Ausserdem ist es in extremen Fällen wie Drohungen oder Verleumdung ratsam, die Polizei einzuschalten. Kinder unterstehen nämlich bereits ab 10 Jahren dem Jugendstrafrecht. Manchmal schafft auch nur schon die Erwähnung dieses Sachverhaltes Abhilfe.

Kettenbriefe

Hier hilft es, Kinder dafür zu sensibilisieren, dass diese Nachrichten meist so geschrieben werden, dass sie den Empfängern Angst machen sollen, aber nichts passieren kann. Das Kind soll die Nachricht nicht weiterleiten, weil es sonst anderen Angst machen könnte.

element.attributes.alt

Spam-Nachrichten

Mach deine Kinder auf diese Gefahr aufmerksam. Hier gilt dasselbe wie bei Erwachsenen: Klicke auf keine Links, öffne keine Anhänge und gib keine Log-In-Daten ein, wenn du nicht absolut sicher bist, was und wer sich dahinter verbirgt. Anzeichen für Spam-Mails sind:

  • Rechtschreibfehler
  • Versprechen von hohen Gewinnen oder Drohungen
  • Die Nachricht versucht, dich zum Eingeben von persönlichen Daten, klicken eines Links oder dem Download einer Datei zu verleiten

Viren & Trojaner

Neben einem funktionierenden Virenschutz auf dem Handy sollte dein Kind auch über Wissen zu den Risiken von Viren und Malware haben. Generell sollten nur Apps von vertrauenswürdigen Quellen installiert werden und es sollte sichergestellt werden, dass keine unnötigen Berechtigungen gefordert werden. Das Gerät sollte ausserdem immer mit dem aktuellsten Update versorgt werden.

Handysucht

Die jährlich durchgeführte JAMES-Studie der ZHAW kommt zum Schluss, dass Jugendliche durchschnittlich 25% mehr Zeit online verbringen als noch vor 2 Jahren. Aber Vorsicht: Die Zeit, die ein Kind am Handy verbringt ist noch nicht ausschlaggebend für eine Sucht. Hier ein paar Merkmale von Verhaltenssucht nach einem Modell von Brown³, mit dem auch die JAMES-Studie gearbeitet hat.

  • Das Handy dominiert Denken und Handeln des Kindes
  • Das Kind vernachlässigt das soziale Umfeld, Pflichten und sogar Hobbies, um am Handy sein zu können
  • Wenn das Kind nicht am Handy sein kann, reagiert es gereizt und leidet an Stimmungsschwankungen

Hier ist es wichtig, dass Eltern im Vornherein klare Regeln zum Handy-Nutzungszeitraum aufstellen und diese auch durchsetzen. Wird eine Handy-Sucht vermutet, sollte man professionelle Hilfe zu Rate ziehen.

Erwachsenen-Inhalte

Im Internet können Kinder und Jugendliche leicht auf pornografische oder gewalthaltige Inhalte stossen. Sie davor zu schützen ist extrem schwierig, deshalb solltest du deine Kinder lieber darauf vorbereiten und ihnen klar machen, dass das Versenden pornografischer Inhalte an andere Minderjährige strafbar ist und diese Inhalte selten der Realität entsprechen. Natürlich kannst du auch technische Hilfsmittel dazu verwenden, um die Kinder möglichst vor schädlichen Inhalten zu bewahren. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

element.attributes.alt

4. Jugendschutzfilter und andere Vorsichtsmassnahmen

Um dein Kind vor ungeeigneten Inhalten zu schützen, kannst du neben aufklärerischen auch einige technische Massnahmen ergreifen. Manche Android-Geräte unterstützen die Einrichtung verschiedener Benutzerkonten. So kannst du mit einem Eltern-Konto die Kontrolle über das Gerät behalten und deinem Kind ein Konto mit weniger Berechtigungen einrichten. Das macht es schwieriger, die folgenden Kindersicherungsmassnahmen auszuhebeln.

Samsung zum Beispiel bietet einen spezifischen Kindermodus an. Dabei handelt es sich um eine sichere Umgebung mit einem eigenen Store und spezifischen Apps, der nur mit einem PIN-Code verlassen werden kann. Das selbe gibt es auch für andere Geräte mit Apps wie Kids Place.

Beim iPhone kannst du den sogenannten «geführten Zugriff» aktivieren. Damit kannst du nur eine bestimmte App zur Nutzung zulassen, die dann nur mit Eingeben eines PIN-Codes beendet werden kann. Ausserdem lassen sich damit bestimmte Bereiche, wie zum Beispiel Bannerwerbung, innerhalb einer App ausblenden.

Bestimmte Apps sind sogar extra für Kinder konzipiert. So etwa die FragFINN-Suchmaschine oder YouTube-Kids (iOS/Android). Wobei gerade Letzteres häufiger in der Kritik stand, weil die Algorithmen, welche die Inhalte filtern, nicht alle potenziell schädlichen Videos erkennen.

Solche technischen Einschränkungen können eine Unterstützung sein, sind aber natürlich kein Ersatz dafür, gemeinsam mit dem Kind Medienkompetenz zu erlernen. Denn irgendwann sieht es das reale Internet und muss damit umgehen können.

5. Verantwortung der Eltern

Eltern haben es wirklich nicht leicht. Sie müssen nicht nur all diese Sachen erlernen und sie den Kindern beibringen, sondern auch noch mit gutem Beispiel vorangehen. Das heisst vor allem im Nutzungsverhalten ein Vorbild zu sein. Wenn man Abmachungen hat, sollte man diese auch selber einhalten. So respektiert auch das Kind die Regel mehr. Beispiele für solche Regeln sind:

  • Kein Handy am Esstisch
  • Kein Handykonsum im Bett
  • Erreichbarkeit zu einer bestimmten Zeit

Gerade wenn die Eltern aber die Smartphone-Nutzung ihrer Kinder kontrollieren möchten, gibt es aber auch die Gefahr der Überkontrolle. Möchten Eltern die Kinder etwa zwingen, private Nachrichten preiszugeben, oder den Standort des Kindes nachverfolgen, ist schnell eine Grenze überschritten und die Vertrauensbasis dahin. Die Frage, wie weit die Privatsphäre eines Kindes gehen sollte ist natürlich den Eltern überlassen. Studien haben aber gezeigt, dass eine übermässige Kontrolle dem Kind und der Beziehung zu den Eltern mehr schadet als hilft.

Falls du deinem Kind diese Verantwortung übergeben willst: In unserem Shop findest du passende Handys und Abos für deinen Spross.

Verwandte Themen
So einfach schliesst du online ein neues Handy-Abo ab
Handy Abos über das Internet abschliessen? Das geht einfacher als du denkst! Wir zeigen dir hier, wi...
So wartest du dein Smartphone richtig
Endlich ist es soweit, du hast sorgfältig abgewägt und dich zum Kauf eines neuen Smartphones entschi...
Die 5 besten Gesundheits-Apps für deinen Frühling zuhause
Gesund zu bleiben ist im Moment so wichtig wie selten zuvor. Der Bund empfiehlt allen nach Möglichke...
So einfach wechselst du den Akku deines Fairphones – in 3 Schritten
Wer ein Fairphone kauft, kann einzelne Teile – wie zum Beispiel den Akku – ganz einfach auswechseln....
5 Gründe, warum du dein Handy eintauschen solltest
Gemäss einer Studie von Comparis planen Schweizerinnen und Schweizer ihr Handy zwei bis drei Jahre z...
Die 5 besten Notizen-Apps für Studenten
«Hurra, das Studium fängt wieder an!» – hat wohl kein Student je gesagt. Aber eine gute Notizen-App ...
Wie viel Netflix bekommst du für dein Abo? Der mobilezone Datenverbrauch-Guide
Ok, du willst ein neues, schnittiges Handyabo mit einem passenden Datentarif. Aber wie viel Mobile I...
Mit dieser Umzugs-Checkliste für die Schweiz bleibst du am Netz
Das Zügeln in ein neues Heim ist meist mit grossem Aufwand verbunden. Dank dieser Checkliste dürftes...
Nachhaltiger Telefonieren – so fair ist das Fairphone 3
Die Elektronikindustrie nachhaltiger und fairer gestalten, das ist erklärtes Ziel einer niederländis...
Mobile Payment in der Schweiz
«Wie wollen Sie bezahlen?» Eine Frage, die im Zeitalter von TWINT, Apple Pay und Samsung Pay nicht m...
Vorsicht Fake! Das musst du bei einer Handy-Reparatur beachten
7 Roaming-Tipps für die Sommerferien
Wir helfen dir, richtig mit deinem Roaming-Guthaben umzugehen.
Handy-Akku schonen – so hält dein Smartphone länger durch
Ein kaputter Handy-Akku ist ein häufiger Grund, wieso Smartphones ersetzt werden müssen. Akkus sind ...
Tipps für einen nachhaltigeren Umgang mit deinem Smartphone
Mit der richtigen Pflege und Apps wie TooGoodToGo verwandelst du dein Handy in ein Öko-Smartphone un...
Wie intelligent ist dein Smartphone? Künstliche Intelligenz in Handys einfach erklärt
Was kann eigentlich die künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence) in deinem Smartphone? Immer...
Smartphone im Winter: Handy vor Kälte schützen
Klirrende Kälte macht so manchem von uns zu schaffen. Doch nicht nur wir selbst, sondern auch unsere...
Handy-Knigge - Benimmregeln bei der Handynutzung
Beim Date das Handy rauskramen? Eines von vielen No-Go's. Mit der Freundin Schluss machen per WhatsA...
So reduzierst du die Handystrahlung
Ist elektromagnetische Strahlung gefährlich? Seit es Handys gibt, wird auch über deren Strahlenbelas...
Handy ins Klo gefallen? So rettest du das Ding!
Was du am besten tun solltest, wenn dein Handy ins Wasser gefallen ist, erfährst du in diesem Beitra...
11 nützliche Tipps zum Schutz deiner Daten auf dem Smartphone
Tablets und Smartphones bestimmen unseren Alltag. Wir suchen den besten Fahrplan, zocken auf dem Pen...
So machst du Fotos wie ein Profi mit deinem Smartphone
Halte deine schönsten Erinnerungen mit dem Smartphone fest. Wir sagen dir, wie du als Hobbyfotograf ...