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Handy-Knigge - Benimmregeln bei der Handynutzung

Beim Date das Handy rauskramen? Eines von vielen No-Go's. Mit der Freundin Schluss machen per WhatsApp? Laut Musik hören im Tram? Nachrichten tippen in der Sitzung? All das gehört zum Alltag der mobilen Gesellschaft. Doch was praktisch scheint, ist nicht immer höflich. Mit rücksichtsloser Handynutzung kann man seinen Mitmenschen gehörig auf die Nerven gehen. Mit unseren goldenen Knigge-Regeln für den Umgang mit dem Smartphone lässt sich das leicht verhindern.


 

Unsere Tipps zum Umgang mit dem Handy in verschiedenen Situationen

Nicht alle wollen Intimes hören

Zugegeben: Die neue Bekanntschaft kann das Blut ganz schön in Wallung bringen. Kein Wunder, dass du das auch mit deinen besten Freunden teilen möchtest – natürlich auch via Smartphone im Zug oder im Tram. Nur leider hält sich das Interesse der Mitpendler meistens in Grenzen. Im Gegenteil: Sie empfinden die typischen und bisweilen überdrehten «Er so, ich so»-Monologe eher als Belästigung.

Um die Öffentlichkeit nicht zu stören, solltest du also besser an der nächsten Haltestelle aussteigen und ein ruhiges Plätzchen suchen, um die Unterhaltung weiterzuführen.

All das gilt übrigens weitgehend auch für geschäftliche Gespräche. Was im jüngsten Meeting wer zu wem gesagt hat, interessiert deine Mitmenschen nicht und sie verzichten daher auch gerne aufs Mithören.

Als Faustregel gilt übrigens auch im Freien: Der Abstand zu anderen Personen sollte bei Handygesprächen mindestens drei Meter betragen.

WhatsApp und SMS Nachrichten beantworten

Der Kontakt mit Freunden läuft bei den meisten Menschen hauptsächlich über Textnachrichten, vorwiegend WhatsApp oder SMS. Diese asynchrone Kommunikation hat den Vorteil, dass man nicht an eine bestimmte Zeit gebunden ist. Die Antwortzeit sollte trotzdem nicht allzu lange ausfallen. Da der Absender etwa bei WhatsApp mitbekommt, ob die Nachricht gelesen wurde, sollte man nur die kleine Vorschau lesen und erst dann online gehen, wenn man auch Zeit zum Antworten hat. Und bitte Rechtschreibfehler weitgehend vermeiden, denn diese zeugen von wenig Respekt. Im geschäftlichen Umfeld sollten auch Mundart, Emojis oder Abkürzungen sparsam bis gar nicht eingesetzt werden.

Eine Beziehung beenden via Textnachricht ist hingegen ein Tabu. Noch schlimmer ist das sogenannte Ghosting, bei dem sich ein Partner plötzlich erst gar nicht mehr meldet. Wer sein Gegenüber über das Smartphone mit Psychoterror belästigt, kann so richtig Ärger bekommen – Mobbing endet immer häufiger vor Gericht.

Auf andere Handy-Displays schauen

Hast du dich schon mal dabei ertappt, wie dein Blick in der Bahn, im Bus oder dem Lift verstohlen auf das Handy-Display des Sitznachbars wandert? Glück gehabt, wenn er oder sie das nicht merkt. Denn derartige Neugier ist unhöflich und verletzt die Privatsphäre.

Klingelterror vermeiden

Der Ausgang dauerte mal wieder zu lange und der Schlaf war viel zu kurz. Wie schön ist es dann, im Zug noch ein paar Minuten dösen zu können. Und wie schrecklich ist es, wenn einen der genauso laute wie schrille Smartphone-Klingelton des Sitznachbarn aus den süssen Träumen aufschrecken lässt. Solch störenden Lärm braucht keiner, deshalb bitte die Lautstärke auf lautlos, leise und/oder Vibration einstellen. So bist du im Notfall immer noch zu erreichen, ohne die anderen zu stören. Ganz verzichten sollte man auf laute und nervige Klingeltöne.

Musik mag nicht jeder

Zu den grössten Nervensägen gehören selbst ernannte Musikliebhaber, die ihre Mitmenschen ständig an ihrem Genuss teilnehmen lassen wollen. In-Ear-Kopfhörer sollten daher nicht allzu laut eingestellt werden, denn die Nachbarn finden die herausdringenden Töne nicht so toll. Wer laute Musik hören möchte, sollte besser zu einem Over-Ear-Modell greifen. Ganz ohne Kopfhörer Musik oder Videos geniessen, ist hingegen ein No-Go – auch dann, wenn es nur ein paar Sekunden sind.

Smartphone-Störenfriede bei Konzerten

Leider kommt es immer häufiger vor, dass man beim Konzert nur noch in fremde Handy-Bildschirme schaut, die reihenweise zum Filmen hochgehalten werden. Die Sicht zur Bühne ist zeitweise komplett versperrt, was sehr störend ist und die Stimmung in der Halle beeinträchtigt. Einzelne Künstler wie der White Stripes-Sänger Jack White sahen sich daher gezwungen, die Smartphone-Nutzung komplett zu verbieten. Auch die britische Soul-Röhre Adele wies bereits Fans zurecht, ihr Handy herunterzunehmen. Wir meinen: Ein bis zwei kurze Clips oder Bilder als Erinnerung sind vollkommen ok, alles andere ist nervig für die anderen Fans.

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Handy hervorkramen als No-Go bei einem Date.

Aufmerksamkeit für das Gegenüber

Wer kennt die Situation nicht: Man sitzt mit einem Kollegen in einer Bar und mitten im Gespräch kramt er sein Smartphone mit einem gehetzten «Sorry, ich muss schnell…» heraus, um die letzten Messages zu checken. Danach ist natürlich der rote Faden gerissen und das Gegenüber ist vor den Kopf gestossen. Das Phänomen nennt sich neudeutsch Phubbing, also eine Kombination aus den beiden englischen Wörtern Phone (Telefon) und Snubbing (jemanden brüskieren). Genau genommen sollte das Smartphone auch nicht auf dem Tisch liegen, auch das fassen viele bereits als unhöflich auf – vor allem im Restaurant.

Bitte Handy abschalten in bestimmten Situationen

Es gibt einige Orte, an denen die Handynutzung gleich komplett verpönt ist und das Handy daher auf lautlos gestellt in der Tasche bleiben sollte. Im beruflichen Umfeld gilt das vor allem für Bewerbungsgespräche oder das Gespräch mit dem Chef.

Auch im Kino oder Theater sollte das Smartphone unsichtbar bleiben. Plötzlich aufleuchtende Displays lenken vom Geschehen auf der Leinwand oder Bühne ab und sind für die Umgebung sehr störend. Ebenso verhält es sich in der Kirche, insbesondere auf Beerdigungen.

Vorsicht mit Handyfotos

Auch bei der Nutzung von sozialen Netzwerken sind Anstand und das Recht auf Privatsphäre geboten. Sind auf dem gerade hochgeladenen Handyfoto noch andere Personen deutlich zu erkennen, begibt man sich sogar auf juristisches Glatteis. Bilder von Personen, die erkennbar sind, sollte man ohne Einwilligung nicht online veröffentlichen. Du solltest die betroffenen Personen am besten schon vor dem Fotografieren um Erlaubnis fragen. Es gibt aber Ausnahmen, insbesondere wenn Personen nur als Randfiguren erscheinen. In der Praxis sind rechtliche Folgen wegen einer Verletzung des Rechtes am eigenen Bild in der Schweiz zwar sehr selten, schlechter Stil bleibt ungefragtes Posten von Drittpersonen trotzdem.

So richtig daneben ist es, unvorteilhafte Bilder von Freunden auf Facebook oder Instagram hochzuladen. Ein Schnappschuss deiner Kollegin, die gerade betrunken auf dem Tisch inmitten leerer Flaschen liegt, könnte diese im Extremfall sogar den Arbeitsplatz kosten. 

Aufmerksamkeit im Strassenverkehr

Während es in den bisherigen Fällen eher um den Anstand ging, kann die Handynutzung in anderen Fällen richtig gefährlich werden. Dann nämlich, wenn die Aufmerksamkeit im Strassenverkehr durch Facebook checken oder Nachrichten schreiben beeinträchtigt wird. In jüngster Zeit kommen immer wieder Meldungen, dass sogar LKW- oder Zugchauffeure während der Fahrt teilweise minutenlang die Augen auf dem Handy-Display haben anstatt auf der Strecke.

Kinder in Gefahr

Kinder finden es mitunter cool, wenn ihre Eltern sie nicht auf Schritt und Tritt kontrollieren. Ist ja auch gut so. Doch wenn die junge Mutter in der Badi wegen ihres Smartphones das Kleinkind völlig vergisst, kann das für dieses schnell einmal böse enden. Bademeister in der ganzen Schweiz können von der Gefahr, die von vielen sogenannten Smombies (Wortverbindung aus Smartphone und Zombie) ausgeht, ein Lied singen. Sie müssen Kleinkinder aus dem Wasser holen, weil die Mutter nicht mal deren Verschwinden bemerkt hat. Schnell mal einen Stimmungsbericht an den Liebsten schicken ist ok, so lange es keine seitenlangen Romane sind. Nicht nur das Kind, sondern auch die Badmeister werden es danken.

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